Die abenteuerliche Generation

18. August 2008

Als ich mich mit 16 von zuhause absetzte ging es für mich um den Kampf: Kampf der Ungerechtigkeit, jenem Recht des Stärkeren, das sich das Tun und Handeln anderer aneignete und dies als verdienstwürdige Leistung betrachtete.
Häuser besetzten wir; den Kampftruppen der Kuschenden, des immer schon kuschenden (Klein-)Bürgertums, der Polizei, die mit Knüppel, Schild und Wasserwerfer dem Recht der faulenzenden, gierigen Klasse, die ihr Geld für sich arbeiten lässt (und als entlohnenswürdiges Risiko benennt, dass ihr dieses Geld abhanden kommen könnte – das ist die Rechtfertigung dieser Form arbeitslosen Einkommens; aber wie jeder weiß, diese Klasse wusste schon immer die Verluste zu sozialisieren und die Gewinne zu privatisieren)… den Unordnungskräften lieferten wir Straßenschlachten und genossen am selben Abend oder nächsten Tag den Aufschrei der Medien und das nachdenklich Kopfschütteln der intellektuellen Berufsbedenkenträger. Ihre Empörung war garstig, einfallslos und besitzstandwahrend und die unsrige lustvoll, laut, pöbelnd und vor allem freudvoll abenteuerlustig.

Ein Kampf, der heroisch und solidarisch einige Kulturveränderungen herbeiführte; Änderungen, die jene, die schon immer wussten, wie man aus Wandel Honig saugt und sich den Lebenssaft anderer risikolos aneignet, kommerzialisierten und durch Ausverkaufstechniken zu einer entschärften und besänftigenden Konsumware machten.
Wer heute durch die Straßen geht, kann T-Shirts sehen, die im modischen Grell verkünden, die Revolution lebe, der Punk sei nicht tot und Che Guevara irgendwie ziemlich cool; und Mao steht hübsch neben Lenin im Kitschladen…

Manche von uns gingen erst entnervt und dann enttäuscht von der Zynik herrschender Umstände und der vom Heroin und der Pop-Industrie vorangetriebenen, entsolidarisierenden Star-Kultur, von Tutti Frutti und Bierernst auf allen Kanälen, in die innere Fluchtbewegung – nein, keine Flucht, die Wiederentdeckung des Paradieses an der Stelle, wo es schon immer auf uns gewartet hatte… dachten wir. Dort, in uns, in unserem Herzen, unserem Geist, so hieß es – und unsere durstigen Seelen saugten es begierig auf – liege das Heil, die Befreiung, all das, was wir im Außen nie würden finden oder herstellen können.
Selbsterfahrung und darüber hinaus: Erleuchtung im Schoß der spirituellen Bewegung, deren Avantgarde wir wurden. Und, bei Gott!, wir hatten ein geschüttelt Maß an mystischen Erfahrungen: erst mit und dann auch ganz ohne Drogen. Wir meditierten, tanzten, tantrisierten, energie-arbeiteten uns in eine Region vor, von denen die Mystiker aller Zeiten, die kontemplativen Heroen und einige ganz wenige Heroinen kündeten.

Wieder ein Neues Zeitalter und wir bereiteten uns und die Welt darauf vor. Im Zuge dessen wurden unsere Beziehungen zu Schlachtfeldern der intimen Experimente, der unbedingten und bedingungslosen Ehrlichkeit und Selbstfindung; ein seelen-blutiges Feld der Verstümmelungen und Befreiungen – aber kein Opfer war zu groß auf dem Weg heim ins himmlische Reich, ins Nirwana, in die Erleuchtung, deren Licht uns heimleuchtete. Es galt das großfürchterliche Ego und all seine Narzissmen durch spirituellen Hedonismus und andere Ismen und Anti-Ismen zu vernichten oder zu überwinden, jedenfalls so klein wie möglich zu halten, aufdass das Zeitalter der Erleuchtung möglichst bald über uns alle hereinbrechen möge.

Und nun?

Nun sind wir über 50 und 60 und sind nichts Gescheites geworden – wollten wir ja auch nicht, denn es ging ja ums Heil des großen Ganzen; und weil jederzeit die Revolution oder das Reich Gottes ausbrechen konnte und wir uns dafür zum Tempel machten, hatten wir weder Zeit noch Energie, “etwas zu erreichen.” Nun, da allzu viele von uns in Harz 4 geparkt auf die Rente warten, die kaum was hergeben wird, womit man was anfangen könnte außer vor sich hinzukrepeln, nun, da jene Umwälzungen, die uns alle für immer glücklich machen würden, ausgeblieben sind und durch die Klimakatastrophe als herrschende Gesamtreligion ersetzt wurden – eine Überzeugung, die lustvoll am Alltag der Allzuvielen vorbeigeht und von der Unausweichlichkeit unseres Untergangs schwadronniert – nun: Was ist mit uns?

Werfen wir uns in ein neues emanzipatives Abenteuer, nicht ganz so blond und blauäugig vielleicht, oder winken wir ab, rauchen noch einen Joint oder Pfeifchen und schauen uns die neuste Inkarnation von Blade Runner, Herr der Ringe, Startrek oder Matrix an?
Oder backen wir fürderhin klitzekleine Brötchen und entsinnen uns der wundervoll scheinenden Gloriolen unserer Vergangenheit und wie wir zu jener Generationen gehören, die vor nichts halt gemacht hat?

Vielleicht auch erkennen wir im Dickicht unserer mannigfaltigen Erfahrungen das Morgengrauen oder die Morgenröte – je nach innerer Großwetterlage – einer Zeit, die wir nicht für möglich gehalten hätten: eines fahrigen, multiphrenen, chaordischen Zeitalters, das den Wandel, den rasanter, schneller und komplexer werdenden, zu surfen sucht. Und vom Brett fällt, ohne damit aufzuhören, wieder drauf zu steigen.

Vielleicht sind wir einfach neugierig und zugleich genügend abgebrüht, um die paradoxalen, vieldeutigen und ungezügelten, heutigen Umstände mit ein wenig Weisheit, dem Mut des Kleinen und ungeachtet unserer Fehlbarkeit und Hilflosigkeit offen entgegen zu treten; das raubt uns zwar bisweilen den Atem, hindet uns aber nicht daran, dabei zu bleiben als klitzekleiner Koautor des Schicksals dessen, was sich Leben, Gesellschaft und schlicht Welt nennt.

Prost, Spitzhörnchen!

01. August 2008

© ZEIT ONLINE 29.7.2008 - 10:17 Uhr

Erstmals haben Wissenschaftler einen chronischen Trinker im Tierreich entdeckt: Die kleine Säugerart nährt sich von Palmenbier

Hat einiges intus, und fällt dennoch nicht von der Palme: Das Federschwanz-Spitzhörnchen (Ptilocercus lowii)

Hat einiges intus, und fällt dennoch nicht von der Palme: Das Federschwanz-Spitzhörnchen (Ptilocercus lowii)

Im Urwald West-Malaysias haust ein Geschöpf, das nur fern verwandt ist mit dem Menschen. In einer Hinsicht ist das Federschwanz- Spitzhörnchen uns Zweibeinern aber doch recht nah: Es hat ein Schwäche für Alkoholisches, und zwar eine chronische. Allnächtlich klettert die kleine Kreatur auf die struppigen Fruchtstände der Bertam-Palme und schlürft deren Nektar heraus. Der hat es in sich. Fast vier Prozent Alkohol stecken in dem Pflanzensaft, und das Spitzhörnchen nährt sich fast nur davon. Wie deutsche Forscher jetzt in den Proceedings of the National Academy of Sciences berichten, kann der Säuger das sogar ganz gut vertragen: Betrunken werden die Tiere offenbar nicht. Der Tierphysiologe und Erstautor der Studie, Frank Wiens von der Universität Bayreuth, erklärt, was seine Entdeckung im südostasiatischen Dschungel so einmalig macht.

ZEIT ONLINE: Warum sind die Trinkgewohnheiten des Spitzhörnchens bislang nicht aufgefallen?

Frank Wiens: Das Federschwanz-Spitzörnchen ist im Freiland bisher noch nie richtig untersucht wurde. Die Art ist zwar nicht völlig neu. Aber bisher war das Spitzhörnchen eher von stammesgeschichtlichem Interesse, weil es den ausgestorbenen Vorfahren der heutigen Primaten vermutlich sehr ähnlich ist und auch heute noch ähnlich lebt. Ursprünglich hat man die Art sogar direkt zu den Primaten gezählt.

ZEIT ONLINE: Was hat das Spitzhörnchen denn nun mit dem menschlichen Alkoholgenuss zu tun?

Wiens: Was den menschlichen Alkoholkonsum angeht, so sagen heute viele, dass der wohl zufällig entstand, weil Alkohol erst mit der Erfindung des Brauens verfügbar worden sei. Unsere Studie zeigt, dass das so nicht sein muss, sondern das Alkohol auch in natürlichen Lebensräumen zur Verfügung steht, und dann auch noch bei einer solch interessanten Art.

ZEIT ONLINE: Was bringt Ihre Entdeckung aus wissenschaftlicher Sicht?

Wiens: Das könnte ein Modell sein für ein Stadium, das während der Evolution – in der Linie, die zum Menschen führt – durchlaufen worden ist. Es ist aber auch ein Modell für Ursache und Wirkung von Alkohol in einer komplexen Umgebung, das sich zu studieren lohnt.

ZEIT ONLINE: Wäre es nicht möglich, dass es sich einfach um eine Laune der Natur handelt?

Wiens: Es kann sein, dass es ein Spezialfall der Evolution ist, das wissen wir noch nicht genau. Es ist aber sicher so, dass manche Menschen mehr, manche weniger Alkohol vertragen. Im Labor hat man bisher versucht, das an Ratten oder Mäusen zu untersuchen, an Tieren also, die außerhalb des Labors gar keinen Alkohol trinken würden.

….weiter

Klimawandel und seine Folgen – US-Geheimdienste warnen vor Polit-Chaos

25. Juni 2008

Wissenschaftler warnen schon lange vor den Folgen des Klimawandels – ein aktueller Bericht der US-Geheimdienste bestätigt das düstere Szenario.

dpa
vergrößern Immer mehr Trockenperioden werden erwartet: Ein indischer Bauer begutachtet sein vertrocknetes Reisfeld während einer Dürreperiode
Foto:

Der weltweite Klimawandel führt wahrscheinlich zu verstärkter illegaler Einwanderung und zur Destabilisierung von Regierungen in politisch brisanten Gebieten. Das ist das Ergebnis eines Berichts der US-Geheimdienste, der am Mittwoch in Washington vorgestellt wird.

Am größten sei die Gefahr für Länder südlich der Sahara, im Nahen und Mittleren Osten und in Südostasien, heißt es. Hier drohten extreme Wetterlagen, Dürren, Überschwemmungen und Hunger. Die Probleme in diesen Ländern hätten auch Auswirkungen auf die Sicherheit der Vereinigten Staaten.

In Afrika, einer der gefährdeten Regionen, seien mehr Dürreperioden zu erwarten, was zu einer Halbierung der Ernten in den kommenden zwölf Jahren führen könne. Auch Teile von Südostasien seien anfällig für Dürren, aber auch für Überschwemmungen: Hier seinen Ernteeinbußen von etwas 10 Prozent zu erwarten.

Verantwortungslose Klimapolitik

Unterdessen ruft der Küstenforscher Hans von Storch zur Vorbereitung auf Fluten und Dürren auf. Von Storch kritisiert eine weltweit mangelhafte Vorbereitung auf die Folgen des Klimawandels. Die derzeit breit diskutierte Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes reiche nicht, um sich gegen den Klimawandel zu wappnen, schreiben von Storch und der Soziologe Nico Stehr nach Informationen der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit in einem Manifest zum Klimaschutz.

“Eine Klimapolitik, die sich der CO2-Vermeidung unter Missachtung jedes Anpassungsdrucks verschreibt, ist eine verantwortungslose Klimapolitik”, kritisierten die Wissenschaftler.  (mehr…)

Die Einladung

27. Januar 2008

von Oriah Mountain Dreamer

Es interessiert mich nicht, womit du dein Geld verdienst.
Ich will wissen, wonach du dich sehnst
und ob du die Erfüllung deines Herzenswunsches zu träumen wagst.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.
Ich will wissen, ob du es riskierst, dich zum Narren zu machen
auf deiner Suche nach Liebe, nach deinem Traum,
nach dem Abenteuer des Lebens.

Es interessiert mich nicht, welche Planeten ein Quadrat zu deinem Mond bilden.
Ich will wissen ob du deinem Leid auf den Grund gegangen bist
und ob dich die Ungerechtigkeiten des Lebens geöffnet haben,
oder du dich klein machst und verschließt, um dich vor neuen Verletzungen zu schützen.
Ich will wissen, ob du Schmerz – meinen oder deinen eigenen – ertragen kannst,
ohne ihn zu verstecken, zu bemänteln oder zu lindern.

Ich will wissen, ob du Freude – meine oder deine eigene – aushalten,
dich hemmungslos dem Tanz hingeben u
nd jede Faser deines Körpers von Ekstase erbeben lassen kannst,
ohne an Vorsicht und Vernunft zu appellieren
oder an die Begrenztheit des Menschseins zu denken.

Es interessiert mich nicht, ob das, was du mir erzählst, wahr ist.
Ich will wissen, ob du andere enttäuschen kannst, um dir selbst treu zu bleiben;
ob du den Vorwurf des Verrats ertragen kannst, um deine eigene Seele nicht zu verraten;
ob du treulos sein kannst, um vertrauenswürdig zu bleiben.

Ich will wissen, ob du die Schönheit des Alltäglichen erkennen kannst,
selbst wenn sie nicht immer angenehm ist
und ob ihre Allgegenwärtigkeit die Quelle ist, aus der du die Kraft zum Leben schöpfst.

Ich will wissen, ob du mit Unzulänglichkeit leben kannst – meiner oder deiner eigenen -
und immer noch am Seeufer stehst
und der silbrigen Scheibe des Vollmonds ein uneingeschränktes “JA!” zurufst.

Es interessiert mich nicht, wo du wohnst oder wie reich du bist.
Ich will wissen, ob du nach einer kummervoll durchwachten Nacht zermürbt und müde
bis auf die Knochen aufstehen kannst, um das Notwendige zu tun,
damit deine Kinder versorgt sind.

Es interessiert mich nicht, wen du kennst oder wie du hierher gekommen bist.
Ich will wissen, ob du inmitten des Feuers bei mir ausharren wirst, ohne zurückzuweichen.

Es interessiert mich nicht, wo oder was oder mit wem du studiert hast.
Ich will wissen, was dich von innen heraus trägt, wenn alles andere wegbricht.

Ich will wissen , ob du mit dir selbst allein sein kannst
und ob du den, der dir in solch einsamen Momenten deines Lebens Gesellschaft leistet, wirklich magst.

Das Geheimnis von Glück & Erfolg

22. Januar 2008

Ein kleines Wunder

19. Dezember 2007

“…Und vielleicht geschieht ja in der Zwischenzeit auch etwas, was es in der Politik eigentlich nicht gibt, nämlich ein kleines Wunder. Denn, so muss man auf Grund der bisherigen Erfahrungen befürchten, der Klimaschutz wird wohl ohne den direkten Eingriff höherer Mächte kaum wirklich vorankommen.” Schreibt Joschka Fischer in seiner Kolumne in der Zeit vom 17.12. “Der faule Kompromiss” zu dem Klimagipfel in Bali; er sieht mit den ansteigenden CO2 Emissionen Zeiten auf uns zukommen  “in denen es zu einem gewaltigen Anstieg der politischen Verbalemissionen kommen wird,” aber eben zu keinen wirklichen Taten.

Es bleibt also uns überlassen…

Warum ich so wenig schreibe

16. Oktober 2007

in den letzten Monaten habe ich mich kaum um mein Blog hier gekümmert…

Im Moment bin ich sehr mit einer Firma beschäftigt, deren Mitgründer ich bin – Gaiaspace – und wir werden in nicht allzu langer Zeit an den Markt gehen. Dann habe ich wahrscheinlich auch wieder ein Wenig mehr Zeit, hier zu schreiben.

In meinem englischen Blog gelingt es mir häufiger, denen einen oder anderen Beitrag zu platzieren, wer also englisch kann…

Bis in ein, zwei Monaten also.

Der Dalai Lama

24. Juli 2007

Als erstes ein wundervoller Artikel mit einem etwas abschreckenden Titel in der online Ausgabe der Zeit + ein paar Videos… ich glaube wirklich der Mühe wert:

„Dalai Lama – nur blabla“

Von Ulrich Schnabel

Wie der Dalai Lama das Hamburger Publikum mit kindlichen Weisheiten bezaubert.



Das ist schon ein seltsamer Heiliger. Wird es ihm während der Übersetzung seiner weisen Aussprüche langweilig, albert er auf dem feierlich geschmückten Podium herum wie ein Kind, kratzt sich am nackten Oberarm, der aus der roten Mönchsrobe lugt, betrachtet aufmerksam seine Zehen, die in Badelatschen stecken, oder grinst im Publikum Bekannten (oder auch Unbekannten, wer kann das schon sagen) freundlich zu. Nein, das politische und religiöse Oberhaupt eines Volkes stellt man sich normalerweise anders vor, irgendwie würdiger. Doch der „ozeangleiche Lehrer“, Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama von Tibet, Tenzin Gyatso, zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass er so gar nichts Besonderes aus sich macht.

Sicher, wenn er das Tennisstadion am Rothenbaum betritt, wo er derzeit für eine Woche lang Belehrungen gibt, nimmt er es für selbstverständlich, dass das Auditorium ihn stehend empfängt. Doch spätestens wenn er mit seiner tiefen, gutturalen Stimme zu sprechen beginnt, verfliegt jegliche Atmosphäre steifer Ehrfurcht, die bei solchen Veranstaltungen häufig herrscht. Im Schneidersitz thront er auf einem bequemen Polstersessel, den man ihm aufs Podium gestellt hat, und gibt sich sichtlich entspannt. Und es sind ja auch keine schwierigen und komplizierten Argumente, die er seinen Zuhörern nahebringt, sondern ganz simple, geradezu kindlich einfache Dinge. Vom inneren Frieden spricht er, von seinem Wunsch, zu einer glücklicheren Zukunft der Menschheit beizutragen, oder davon, dass Toleranz ein Zeichen von Stärke sei, Gewalt aber ein Zeichen von Schwäche. Weisheitssprüche eben, wie man sie heute auf jedem Schlüsselanhänger und Teebeutel lesen kann. Und doch ist das Publikum sichtlich bewegt. Denn die wichtigste Botschaft des Dalai Lama teilt sich nonverbal mit: Hier sitzt ein Mensch, der an all das wirklich glaubt, der tief von der Güte des Herzens überzeugt ist – auch wenn es in seinem Leben eigentlich genug Gründe gab, daran zu zweifeln.

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Und hier noch ein weiterer Artikel, diesmal aus der Berliner Zeitung über seine Vorträge in Hamburg.

Der Dalai Lama spricht - und alle versuchen zu verstehen. ddp Der Dalai Lama spricht – und alle versuchen zu verstehen.

Das große Missverständnis

Der Dalai Lama hält Vorträge in einem Stadion in Hamburg. Dabei wird vielen klar, dass der Buddhismus keine Gute-Laune-Religion ist

Wiebke Hollersen

HAMBURG. Sein Gesicht ganz nah, sein Gesicht etwas weiter weg, sein Gesicht von links, von rechts. Auf dem kleinen, weißen Klapptisch stehen vier Kisten mit Postkarten. Alle zeigen ein Stück rot-gelbes Wickelgewand, den großen, kahlrasierten Kopf, die schmalen Augen, das große Lächeln. Vier verschiedene Ansichten, aber immer das gleiche Motiv. Ein Dalai Lama kostet einen Euro.

Der Stand ist der erste hinter dem Eingang. Wer seine Eintrittskarte gescannt und das Drehkreuz passiert hat, läuft auf ihn zu. Viele bleiben stehen und kaufen ein Bild. Es ist Montag, kurz nach acht. Im Tenniscenter Rothenbaum in Hamburg beginnt in gut einer Stunde die Arbeit. Der Dalai Lama wird wieder auftreten, wie schon am Wochenende. Da hat er auf der Bühne mit verschiedenen Gesprächspartnern über das Thema “Frieden lernen” und allein über “Mitgefühl in der globalisierten Welt” gesprochen. Große Themen, die Platz für alles mögliche lassen. Sie würden zu einem Kirchentag passen, zu einer Entwicklungshilfe-Konferenz oder einer Tagung des DGB.

Nun, am Montag, beginnt eine viertägige Unterweisung zur buddhistischen Philosophie und Praxis. Der Dalai Lama wird einen fast zweitausend Jahre alten Text besprechen, er heißt “Die 400 Verse über die Übungen auf dem Weg zur Erleuchtung”. Vierhundert Verse in vier Tagen. Die Unterweisungen dauern jeweils morgens von halb zehn bis halb zwölf und nachmittags von zwei bis vier.

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Affen und Kleinkinder helfen ohne Belohnung

04. Juli 2007

Schimpansen handeln selbstloser als bisher angenommen. Ein Forscherteam des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (MPI) hat erstmals den experimentellen Beweis erbracht, dass diese Menschenaffen ihren Artgenossen helfen, selbst wenn ihnen daraus kein Vorteil entsteht. Damit sei die verbreitete These widerlegt, dass altruistisches Verhalten nur dem Menschen zueigen sei, teilte das Institut am Donnerstag mit.

Bisher galt bei Schimpansen vor allem der eigene Vorteil als Motiv für Hilfsbereitschaft. Ähnlich wie beim Menschen soll der Affe eine Art Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen. Dies konnten die Leipziger Forscher nun widerlegen: «Wir wollten herausfinden, ob Schimpansen und Kleinkinder helfen, um dafür eine sofortige Belohnung zu erhalten, oder ob sie helfen, weil die andere Person ein Problem hat», sagte Projektleiter Felix Warneken. Die Forscher konzipierten drei Aufgaben für 36 Schimpansen aus dem Ngamba Schutzgebiet in Uganda und führten diese gleichzeitig mit einer Gruppe von 36 Kleinkindern durch.

Hilflosigkeit

In der ersten Aufgabe sah der Schimpanse zu, wie eine unbekannte Person sich vergeblich bemüht, nach einem Stock zu greifen. Der Stock war außerhalb der Reichweite des Menschen, befand sich aber in Reichweite des Schimpansen. Nach seinen verzweifelten Versuchen nahm der Mensch Blickkontakt mit den Affen auf. 12 von 18 Schimpansen hoben den Stock daraufhin auf und reichten ihn weiter, obwohl sie keine Belohnung dafür erhielten. Auch 16 von 18 Kindern halfen selbstlos der Person, indem sie ihr den Gegenstand gaben.

Wichtig war aber offenbar der Faktor Hilflosigkeit, betonte Warneken, denn wenn der Gegenstand außer Reichweite war, die betroffene Person aber gar nicht versuchte, ihn aufzuheben, so boten Schimpansen und Kinder auch keine Hilfe an. Offensichtlich helfen sowohl Affen als auch Kleinkinder nur in Problemsituationen. Für beide gilt: Sie sind in der Lage zu erkennen, wann jemand Hilfe benötigt, und helfen dann ohne unmittelbaren Eigennutz – in der vorliegenden Studie bis zu zehnmal hintereinander.

Sich mühen ohne Belohnung

In der zweiten Versuchsanordnung wollten die Forscher herausfinden, wie viel Mühe Schimpansen und Kleinkinder auf sich nehmen, um zu helfen. Die Schimpansen mussten dazu eine zweieinhalb Meter hohe Rampe hinaufklettern, um den Stock reichen zu können, die Kinder einen Hindernisparcours durchlaufen. Trotz der großen Anstrengungen halfen mehr als die Hälfte der Schimpansen und Kinder gleichermaßen, ohne dafür belohnt zu werden.

Um auszuschließen, dass die Affen und Kinder möglicherweise bereits in der Vergangenheit für ähnliches Verhalten von einem Menschen belohnt wurden, wurde in einem weiteren Versuch der Faktor Mensch rausgelassen: Futter wurde hinter einer Tür platziert, die versperrt war. Ein Affe stand vor der Tür, konnte sie aber nicht öffnen. Der potenzielle Helfer war in einem anderen Käfig ohne Zugang zum Futter, konnte aber dem Artgenossen die Tür zum Futter öffnen.

Kein Betteln und Drohen

Knapp 80 Prozent der potenziellen Helfer öffneten ihren Artgenossen die Tür und verschafften ihnen damit Zugang zum Futter, obwohl sie selbst leer ausgingen. «Wir konnten nicht einmal beobachten, dass die Helfer den Begünstigten um Futter anbettelten oder ihn einschüchterten», sagte Warneken. «Dieses selbstlose Verhalten ist auch deshalb erstaunlich, weil sich die Schimpansen niemals zuvor in dieser Situation befunden haben. Und das zeigt, dass sie auch neuartige Problemsituationen flexibel erkennen und entsprechend neue Formen der Hilfe entwickeln können.»

Das Forscherteam sieht damit den Beweis erbracht, dass unsere nahen Verwandten auch altruistisch handeln und bereits Kleinkinder dies tun. «Hilfsbereitschaft hat ihren Ursprung also nicht allein in Kultur und Erziehung. Wir sollten uns von der Idee verabschieden, dass wir als Egoisten auf die Welt kommen und allein durch Kultur und Erziehung zu hilfsbereiten Wesen heranwachsen», sagte Forschungsleiter Warneken. (Quelle)

Vision

26. Juni 2007

Wer einigermaßen englisch versteht, sollte sich dies Video reinziehen :-)
Es zeigt, wie wir im Jahr 2055 das heutige Umweltproblem gelöst haben werden (natürlich, wie meistens, durch die Brille der Amerikaner).
Mich hat es sehr inspiriert, und ich hoffe, es geht dir ebenso.

Climate: A Crisis Averted

Eine erstaunliche Frage?

04. Juni 2007

Schon bald findet in Baden-Baden wieder ein Rainbow Festival statt, bei dem sich die Superstars an den spirituellen Himmeln die Klinke wieder in die Hand geben werden. Wie jedes Jahr kann man dort die angesagtesten Therapeuten, Meister, erleuchteten Lehrer treffen, die es derzeit gibt; alles was Rang und Namen hat, wird dort sein.

Und was bringen Sie uns bei? Wozu wollen Sie uns und diesem Planeten verhelfen? Heilung, Erleuchtung, ein glückliches Leben, göttliche Partnerschaften mit allen Lebewesen, eine Welt, in der Liebe, Vertrauen, und all das Gute vorhanden sind, dass auf diesem Planeten, am Rande der Katastrophe, so notwendig ist. ” Wir müssen zusammenkommen, müssen die Erfahrung der Einheit machen.” Und darüber sind wir uns auch alle einig, oder?
Ja, die meisten von uns arbeiten daran, für sich und die Welt eine nachhaltige Zukunft zu schaffen… (ja, ich weiß natürlich, dass wir nur wirklich in der Gegenwart leben, aber wenn wir uns nicht um die Zukunft kümmern, wird die ökologische Katastrophe uns schon bald jeglicher möglichen Gegenwart berauben.)

Was mich bei alledem wirklich in Staunen versetzt – wo ich darüber nachdenke -, ist, dass ich bisher noch kein einziges Mal gehört oder gelesen habe, dass einer dieser Stars, Meister und Lehrer – ob männlich oder weiblich – oder ein paar von ihnen zusammen die Initiative ergriffen hätten, um alle an einen Tisch zu bringen.
Alle zusammenWenn wir alle eins sind, warum arbeiten wir dann nicht gemeinsam und unterstützen uns tatkräftig?
Die beim Rainbow Festival und an anderen Orten sich immer wieder einfindenden “Leuchten” (und ich meine das wirklich nicht ironisch) sind in der manifestierten Praxis vielleicht nicht so sehr an Einheit interessiert. Oder doch? Ich verstehe es wohl einfach nicht. Ich verstehe nicht, warum sie ihre Kräfte nicht bündeln in einer Gemeinschaft. Werden wir nicht alle aus derselben Quelle gespeist? Sind wir nicht alle mit dem selben Licht verbunden? Sind wir nicht alle Kinder eines Geistes?

Den Worten, den Lehren der meisten gemäß sind wir das.
Vielleicht könnte ihr jetzt meine Frage besser verstehen, und vielleicht habt ihr auch eine Antwort:
Wenn wir alle eins sind, warum arbeiten “die Erleuchteten” nicht zusammen daran, das Leiden des Einzelnen und der Welt zu lindern? Oder gar für eine neue ‘erleuchtete’ Welt?”

Kollektive Erleuchtung? Ein tiefer Blick in Andrew Cohens Lehre.

12. April 2007